GRAF+ZYX


Laudatio für Romana Scheffknecht

Förderungspreis für Videokunst



Laudatio für Romana Scheffknecht

Romana Scheffknecht zählt seit Jahren zu den international bekannten Videokünstlern, die medial übergreifend, bildüberschreitend aus dem elektronisch modulierten Bildraum des Monitors ausbrechen und in die objektiven Verhältnisse des dreidimensionalen Raumes eintauchen und diesen als ihren unverwechselbaren Kunstraum erobern.

Ihre Videoarbeiten beschäftigen sich - so wie ihre Installationen - mit Licht, Farbe, Bewegung, Zeit und dem Verhältnis von Bild und Ton. Durch ihre bewußt radikale Reduktion lotet sie die formalästhetischen Möglichkeiten von Video aus und produziert auf diese Weise sehr sensible Mehrkanalarbeiten, in denen jeder Farbwechsel, jede Wiederholung, jeder Rücklauf seine spezielle Bedeutung erfährt und zu einem neuen sinnlich-dynamischen Erlebnis wird.

Durch ihre Eingriffe entstehen energetisch pulsierende Räume, in denen Lichtstrukturen oder Bilder durch Projektionen und Spiegelungen vervielfältigt werden und durch Töne eine intensive Modulation erfahren.

Ich möchte mit einem Zitat Ecke Bonks aus einem Text zu Ihrer Installation ‚Videoherz‘ aus dem Jahr 1984 schließen: ‚Der Monitor ist als Körper der Brustkorb des Videoherzens. Die Brust für dieses Herz aus Glas. Der Ort des Hochenergiestrahls in der Bildröhre. Denn das Videoherz sieht nicht so aus oder erscheint wie ein Herz: Es ist ein Herz.‘

Mag.art. Inge Graf




1989